Oblaten

Höre …

Mit diesem Wort beginnt der heilige Benedikt seine Regel, die trotz des Wandels der Zeit bis heute ihre Kraft bewahrt hat und immer wieder Menschen in ihren Bann zieht.
Viele Christen innerhalb und außerhalb der Klöster finden in ihr Orientierung und Hilfe auf ihrem Weg– „unter der Führung des Evangeliums“ (RB Prolog 21)

Wahrhaft Gott suchen (RB 58,7)

Christen, die außerhalb des Klosters im Geist dieser Regel leben wollen, können sich als Oblate / Oblatin einem Benediktinerkloster anschließen.
Sie sind im Gehorsam bereit, in allen Dingen Gott zu suchen, im täglichen Leben das Wort Gottes zu vernehmen und Veränderungen und Herausforderungen im Leben als Stimme Gottes zu verstehen.

Der Oblate – die Oblatin

Der Name wird vom lateinischen „offere“ hergeleitet und meint: Darbringen, Überantworten, geopfert werden. Wir kennen das Wort, ins Deutsche übernommen, unter „offerieren“.
Das hebräische Wort für „opfern“ bedeutet aber wörtlich „nahe kommen“ oder „sich nähern“. Das beschreibt besser, was gemeint ist. „Unsere Aufgabe ist nicht, auf Leben zu verzichten, sondern unser Leben IHM nahe zu bringen“ (Abraham J. Heschel).

Benediktineroblaten gehen den Weg der Nachfolge in Bindung an ein bestimmtes Kloster und setzen in ihrem Lebensbereich die Sendung des Klosters in die Welt hinein fort.
In der Oblation binden sie sich an die Klostergemeinschaft. So wie es ihre Lebensumstände erlauben, vollziehen sie einen Teil des kirchlichen oder monastischen Stundengebetes mit. Das Kloster gibt ihnen Unterstützung durch geistliche Begleitung, regelmäßige Treffen und Rundschreiben.

Kontakt

Oblatengemeinschaft
Schloßstraße 30
23843 Travenbrück
Telefon: 04531/5004-0 oder
0385/540 998 71
E-Mail: E-Mail schreiben

Rahmenordnung (pdf/134 KB)


Grundzüge der Lebensgestaltung

  • Der Hl. Benedikt schreibt: „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“. (RB 43,3) Oblaten bemühen sich, ihr Leben auf Gott hin auszurichten und dem Gebet feste Zeiten in ihrem Tagesablauf einzuräumen.
  • Dazu gehört auch die Geistliche Lesung (lectio divina), der meditative Umgang mit dem Wort Gottes.
  • Gott soll mit und in der täglichen Arbeit geehrt werden: „Alle Geräte und den ganzen Besitz betrachte er als heiliges Altargerät“ (RB 31,10). Das schließt den sorgsamen Umgang mit allem Geschaffenen, gerade auch der Natur ein.
  • Gastfreundschaft ist ein geistliches Geschehen, das Offensein für alle Menschen bedeutet, auch die anderer Kulturen, anderen Glaubens und anderer Werte, weil wir in ihnen allen Christus begegnen können.
  • Benedikt wollte, dass seine Klöster Orte des Friedens seien. Das sollte auch für die Lebensräume von Oblaten gelten – im rücksichtsvollen Umgang miteinander und mit Versöhnungsbereitschaft kann Frieden wachsen. „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Prolog 17).

Wer kann Oblate werden?

Jeder Christ: Männer, Frauen, Verheiratete und Unverheiratete, Geistliche und Laien.

Der Weg zur Oblation erfolgt in mehreren Schritten:

  • Kontaktaufnahme mit dem Oblatenrektor eines Klosters
  • Aufnahme als Kandidat/in und Beginn der Probezeit
    In dieser Zeit Selbststudium der Regel des hl. Benedikt (RB) und der Grundzüge benediktinischer Spiritualität. Fragen können mit dem Oblatenrektor in Gesprächen geklärt werden
  • Frühestens nach einem Jahr der Prüfung ist die Oblation möglich.

In einer gottesdienstlichen Feier verspricht der Oblate/die Oblatin in Anwesenheit einiger Mönche und anderer Oblaten für sein weiteres Leben „unter der Führung des Evangeliums“ im Geist der Regel zu leben.


Weitere Infos

Nütschau hat derzeit mehr als 100 Oblaten und einige, die sich im Probejahr befinden.

Ordensregel


Zusammenfassung der Ziele, Verhaltensweisen und Regeln einer religiösen Ordensgemeinschaft. Die Regeln betreffen in erster Linie die klösterliche Lebensweise.
Grundlage sind meistens die evangelischen Räte der Armut (gemeinschaftliches Eigentum), Ehelosigkeit und Gehorsam.

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Ordensgemeinschaft


(aus dem lat. ordo = Ordnung, Stand, Regel)
Dauernde Art freiwilligen Zusammenlebens in einer geistlichen Gemeinschaft unter Anerkennung bestimmter Ordensregeln. Bestätigung geistlicher Orden durch Bischof oder Papst.

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Stundengebet


(auch Breviergebet)
Tägliches, mehrmaliges, gemeinsames Gotteslob, das i.d.R. gesungen wird (Choral): Matutin, Laudes, Mittagsgebet, Vesper, Komplet.

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