Mönch werden!

Sehnsucht nach Gott

„So drängt sie die Liebe, zum ewigen Leben voranzuschreiten.“
(Regel des hl. Benedikt 5, 10)

Der Prozess des Mönchwerdens beginnt mit der Sehnsucht nach Gott, der Antwort auf einen Ruf Gottes und dem Wunsch, das eigene Leben ganz auf Ihn hin auszurichten und sich auf einen lebenslangen Weg der intensiven Gottessuche zu begeben. Das Kloster bietet mit seinem Tagesablauf, der feste Gebets- und Arbeitszeiten vorgibt, und der Orientierung an der Regel des hl. Benedikt Raum für diesen besonderen Weg. Der Lebensrhythmus im Kloster beinhaltet sowohl das Alleinsein als auch das Leben in einer Gemeinschaft unter der Leitung des Priors bzw. Abtes.

Benediktinermönch wird man nicht über Nacht

Derjenige, der in ein Benediktinerkloster eintritt, durchläuft eine mehrjährige Einübungszeit, an deren Ende die feierliche Profess, die vollgültige Eingliederung in die klösterliche Gemeinschaft, steht. Aber auch danach dauert die „Mönchwerdung“ an.

  • Postulat

    „Siehe das Gesetz, unter dem du dienen willst; wenn du es beobachten kannst, tritt ein, wenn du es aber nicht kannst, geh in Freiheit fort.“ (Regel des hl. Benedikt 58, 10)

    Nach einer Phase des gegenseitigen Kennenlernens wird der Kandidat als Postulant aufgenommen. Das Postulat dauert ein Jahr und gibt dem Postulanten einen guten Einblick in das Klosterleben und schenkt zugleich Raum und Zeit, sich nochmals mit der eigenen Persönlichkeit, Berufung und Eignung auseinanderzusetzen.

  • Noviziat

    „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern.“ (Regel des hl. Benedikt 58, 21)

    Die daran anschließende zweijährige Ausbildung als Novize beginnt mit der Einkleidungsfeier, in der der Kandidat das Ordensgewand und einen Ordensnamen erhält. Jetzt ist er Novize und wird vom Novizenmeister begleitet und unterrichtet in den Fragen des Glaubens, der Heiligen Schrift, der Liturgie, der Ordensgeschichte, der Regel des hl. Benedikt und im persönlichen Gebet. Er wird eingeführt in das benediktinische Leben und hat zugleich Zeit und die Freiheit, seine Berufung und Eignung noch einmal zu prüfen.

  • Profess

    „Gehen wir unter der Führung des Evangeliums seine Wege, damit wir ihn schauen dürfen, der uns in sein Reich gerufen hat.“ (Regel des hl. Benedikt Prolog)

    Erst dann darf sich der Novize durch ein Versprechen (zeitliche Profess) für drei Jahre an unser Kloster binden. Diese Zeit dient der weiteren Prüfung der Beständigkeit in der Ausrichtung auf Gott und dem Leben in der klösterlichen Gemeinschaft unter der Benediktsregel.

    Nach Ablauf dieser Zeit kann die endgültige Aufnahme erfolgen (feierliche Profess). Das Ablegen der Gelübde ist das klare Ja zum Ruf Gottes, zur lebenslangen Bindung an Gott und an die konkrete Klostergemeinschaft und zum Leben im benediktinischen Geist und Rhythmus von ora et labora.

Voraussetzungen

„Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihm der Eintritt nicht leicht gewährt, sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: ‘Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.‘“ (Regel des hl. Benedikt 58, 1+2)

Wer unser Leben als Benediktinermönch teilen möchte, sollte über einen Schul- bzw. Berufsabschluss verfügen sowie wenigstens 18 Jahre alt, katholisch und unverheiratet sein.

Bevor man sich aber für einen solchen Schritt entscheidet, sollte man sich Zeit nehmen, das Kloster, die Gemeinschaft und den Klosteralltag näher kennenzulernen. Sowohl der „Stille Bereich“ als auch das Jugendhaus St. Benedikt bieten die Möglichkeit zum „Kloster auf Zeit“. Desweiteren kann man ein paar Tage im „Stille Bereich“ verbringen und an den Gebetszeiten der Mönche und Exerzitien teilnehmen oder an einem der zahlreichen Seminare im Bildungshaus St. Ansgar.

Weil sich ein Benediktinermönch an ein bestimmtes Kloster lebenslang bindet, ist die Frage bedeutsam, in welches Kloster der Suchende eintreten möchte.

Wer nun entschlossen ist, der Frage auf den Grund zu gehen, ob er Mitglied der Mönchsgemeinschaft im Kloster Nütschau werden möchte, nimmt Kontakt mit dem Novizenmeister auf.

Kontakt

Br. Norbert Bücker (Novizenmeister)

E-Mail schreiben

Weitere Infos

Leben als Benediktiner-Mönch

Literaturhinweise

  • Die Regel des heiligen Benedikt, hrsg. im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz, Beuron 1990
  • Michaela Puzicha: Benedikt von Nursia begegnen, Augsburg 2004
  • Bernardin Schellenberger: Mit Benedikt Spiritualität erfahren, Kreuzverlag 2005

Exerzitien


(aus dem lat. exercitatio = Übung)
Geistliche “Übungen”, zu denen Stillschweigen, Zeiten der persönlichen Meditation, ein tägliches Begleitungsgespräch und die Feier der Sakramente gehören.
Den Inhalt des Exerzitienweges bilden das eigene Leben und Texte der Heiligen Schrift.
In ihrer klassischen Form von Ignatius von Loyola verbreitet, erfahren Exerzitien heute eine vielfältige Ausgestaltung als geistliche Wege in der Begegnung mit Gott.

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