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Ausstellung: Nüchternes Glänzen - Zur katholischen Ritualsprache

Ulrich Rölfing präsentiert in seiner Ausstellung „Nüchternes Glänzen“ seine Bilder zur katholischen Ritualsprache. Die Ausstellung wird mit einer Vernissage am 23.04.17 um 14:30 Uhr im Haus St. Ansgar eröffnet und kann zu den normalen Öffnungszeiten bis zum 05.06.17 besucht werden.

Ulrich Rölfing zu seiner Ausstellung

„Ich bin in den 50iger und 60iger Jahren im Münsterland aufgewachsen, einer damals durch und durch katholisch geprägten Welt. Da war viel geistige Enge und im religiösen Leben wenig Anziehendes und viel erstarrte Form. So habe ich es lange gesehen, doch es gibt auch eine andere Seite dieser Prägung, die mir mehr und mehr bewusst wird.

Ich bin durch Herkommen und Umgebung getränkt und imprägniert mit einer religiösen Bilderwelt. Und damit bin ich verbunden mit einer reichen Tradition und Weisheit, die seit langen Zeiten so weiter gereicht wird. Ich trage da ein drückendes Bündel und einen ungehobenen Schatz mit mir herum: einen Vorrat an mächtigen Bildern. Sie sind seelisch tief verankert. Diese Bilderwelt erlaubt mir sichere Bewegungen. Bezüge ergeben sich von selber. Ich versage mir die Ironie, ich nehme die Bilder ernst und damit mich selbst und meine Geschichte.

Gerade die bereichernde Begegnung mit fremden Religionen brachte mir das Besondere der eigenen kulturellen Überlieferung zu Bewusstsein. In der angestammten Sphäre ist das Bewegen der Bilder so, dass ich einen Boden unter den Füßen verspüre. Da sind die Bilder zu befragen, zu vertiefen, zu verknüpfen.

Die Welt der Sakral- und Ritualsprache ist der Welt der Kunst verwandt. Beide haben mit Verbildlichung von etwas erst einmal Unanschaulichem und Ungegenständlichem zu tun. Unbestimmtes, Unfassliches wird in eine Form gebracht.

Jegliche Verbildlichung des Transzendenten hat immer eine fragwürdige Seite und zugleich eine besondere Schönheit und Würde. Anmaßende Verdinglichung und die Eröffnung bereichernder Erlebnisfülle liegen hier nahe beieinander. Das ergibt eine Spannung, der ich nachgegangen bin.

Sanktionierte Bildprägung und ersehnte Öffnung vermischt sich in meinen Malereien miteinander. Ich versuche – so mir möglich – die Rückversicherung und Anbindung der überlieferten Form an den Ursprung. Bilder sind immer vieldeutig, nicht festgelegt, darum nichts für die Fundamentalisten aller Couleur.

Ich schaue welche Bilder noch irgendwie brauchbar sind, welche sich abgenutzt haben und welche zu Unrecht in Verruf geraten sind. Ich bewerte nicht, ich formuliere aus dem erreichbaren Vorrat an Bildern und überprüfe sie malend auf ihre Tragfähigkeit.

In der Banalität kann Inhalt aufschimmern, das ist spannend, ein „nüchternes Glänzen“.“

Ulrich Rölfing


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