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Tischlesung:

Mann werden, Mann sein

Ein Buch für Männer, dass typische Männerbilder in Frage stellt und Mut macht, einfach Mann zu sein, ohne irgendeinem Rollenbild oder irgendeiner Erwartung nachzulaufen.

Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es ein relativ klares Männerbild. Eigenschaften wie Dominanz, Ausdruck, Stärke, verbunden mit einem entsprechenden Auftreten waren akzeptable Qualitäten für einen „richtigen“ Mann. Heute lässt sich ein charakteristisches Männerbild nicht mehr so einfach zeichnen, die traditionelle Männerrolle wird seit längerem auch in der öffentlichen Diskussion hinterfragt, ist vielleicht sogar lädiert. In Bildung und Beruf droht der Abstieg und auch um die Gesundheit von vielen Männern ist es nicht gut bestellt. Vor diesem Hintergrund gibt dieses Buch Männern die Möglichkeit, über sich, ihr Verhältnis zum Mannsein und über ihr Rollenverständnis nachzudenken.

Angesprochen sind dabei Männer jeden Lebensalters, die auf der Suche nach Sinn sind –junge Männer auf der Suche nach Initiation (Mannwerdung), in der Berufsfindung, Männer in der zweiten Lebenshälfte, die sich fragen, wie es für sie weitergehen kann, ältere Männer auf ihrem Weg in den Lebensabend.

Das Buch kann beim Vier Türme Verlag erworben werden.

Bruder Josef van Scharrel, geboren 1961, der seit vielen Jahren im Kloster Nütschau Kurse für Männer gibt, möchte in diesem Buch Mut machen, einfach Mann zu sein, ohne irgendeinem Rollenbild oder irgendeiner Erwartung nachzulaufen, sich als Mann mit allen Gefühlen, mit seinen Stärken und Freuden sowie seinen Schwächen, Ängsten und Fehlern zeigen zu dürfen. Dazu finden sich neben inspirierenden Texten auch Ideen und Anleitungen, um das Gesagte in die Praxis umzusetzen und am „eigenen Leib“ zu erfahren.

Autorenfragen an Br. Josef van Scharrel (OSB)

1. Brauchen wir noch ein Buch über Männer?
Brauchen wäre übertrieben, mit meinem Buch will ich aber meine Freude am Mann-sein ausdrücken und zeigen, wie viele unterschiedliche Formen von Mann-sein möglich sind.

2. Was bedeutet Mann sein für Sie?
Professor Gerald Hüther, Neurobiologe und Autor, meinte einmal: „Der Mann der Zukunft muss ein Liebender sein“. Das ist für mich ein entscheidender Gedanke! Mann sein heißt für mich, sich liebend der Welt, dem Kollektiven zuzuwenden, den Platz einzunehmen, an dem Mann seinen Teil als Gabe für die Schöpfung beitragen kann. Mann-sein heißt dann aber auch, selbstbewusst sein Mann-sein zu leben.

3. Kann es überhaupt diesen Zustand von „Mann-sein“ geben?
Es gibt keinen endgültigen Zustand des Mann-seins, keinen Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt bin ich ein Mann. Es gibt so viele Formen von Mann-sein wie es Männer gibt. Wichtig ist, diese Verschiedenheit zu erkennen und anzunehmen.

4. Über Jahrhunderte hinweg wurden Stellen aus der Bibel zitiert, um die klare Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern zu rechtfertigen. Sie galten als Rechtfertigung für ein patriarchales Weltbild. Wie kann da die Bibel überhaupt eine Quelle für neue Formen des Mannseins sein?
Der Theologe und Journalist Franz Alt schrieb bereits in den 80er Jahren ein Buch, das „Jesus – der erste neue Mann“ heißt. Auch der schon zitierte Gerald Hüther meinte in seinem Vortrag über den liebenden Mann, wir hätten seit 2000 Jahren eine Blaupause, wie dieser Mann zu sein habe. Die Bibel dient also schon länger als Inspirationsquelle für Formen des Mann-seins, die keinem bestimmten Rollenklischee entsprechen.
Wir müssen aber lernen, die Bibel neu zu lesen. Und wir Männer dürfen uns vom Patriarchat, das auch seinen Platz in der Bibel gefunden hat, befreien.

5. Als Mönch entziehen Sie sich scheinbar an vielen Stellen traditionellen männlichen Rollenbildern, der Idee von Männern als Väter, Ehemänner, Versorger der Familie, Hausbauer, sind also dem Druck, den Männer oft verspüren, nicht ausgesetzt. Was macht Sie so sicher, dass Sie in Ihren Kursen und mit Ihrem Buch trotzdem Ideen und Hilfestellungen für Männer bieten können?
Ich sehe Mönch-sein nicht als ein sich der traditionellen Idee des Mann-seins entziehen. Vielmehr lebe ich eine Form des Mann-seins. Im Kloster zu leben heißt nicht, auf einer Insel zu leben. Die Welt mit all ihren Herausforderungen tangiert auch das Kloster. Gerade hier musste ich mich meiner Rolle als Mann stellen, indem ich mich fragte: Wer bin ich als Mönch und als Mann? Wo habe ich meine Vaterschaft gelebt? Wie lebe ich meine Sexualität?

In meinem Buche gebe ich auf diese Fragen Antworten. Dabei versuche ich andere Männer, die sich ähnliche Frage stellen, zu unterstützen. Mein Buch ist ein Angebot an sie, und vielleicht findet der ein oder andere Leser darin Hilfen, um seinen Weg als Mann zu gehen.


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