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Zeitliche Profess von Br. Raphael Oelschner

Am Erzengelfest, den 29. September 2016, hat Br. Raphael Oelschner, der an diesem Tag auch seinen Namenstag feierte, im Kreis der Mitbrüder die Gelübde zur zeitlichen Profess abgelegt. Nach dem Postulat und dem Noviziat bindet man sich in der zeitlichen Profess zunächst für 3 Jahre an das Kloster, worauf anschließend die „feierliche“ oder auch „ewige Profess“ folgt.

Am Erzengelfest, den 29. September 2016, hat Br. Raphael Oelschner, der an diesem Tag auch seinen Namenstag feierte, im Kreis der Mitbrüder die Gelübde zur zeitlichen Profess abgelegt. Nach dem Postulat und dem Noviziat bindet man sich in der zeitlichen Profess zunächst für 3 Jahre an das Kloster, worauf anschließend die „feierliche“ oder auch „ewige Profess“ folgt.

Die Benediktiner geloben in ihrer Profess Gehorsam (lat. oboedientia), Beständigkeit (stabilitas) und klösterlichen Lebenswandel (conversatio morum).

Gehorsam
Br. Raphael im Kreise der Mitbrüder Der Gehorsam wird in erster Linie dem Abt, bzw. bei uns im Kloster Nütschau dem Prior, und der Regel gegenüber geleistet, dann aber auch der gesamten Gemeinschaft der Brüder. Er ist im Grunde genommen Ausdruck der vorbehaltlosen Bindung an Gott und gründet selbstverständlich in der Achtung vor der Menschenwürde und vor der Individualität des Einzelnen. Es geht darum, auf Gottes Stimme zu hören, die sowohl in der eigenen inneren Stimme, als auch in der der Mitmenschen/ Mitbrüder vernehmbar sein kann. Auf diese zu hören und dieses Horchen einzuüben ist der zentrale Punkt, wenn wir von Gehorsam sprechen.

Beständigkeit
Die Beständigkeit meint die lebenslange Bindung an die Mönchsgemeinschaft einer Abtei oder eines Priorats und ihre Lebensweise. Ein Benediktiner kann nicht von einem Kloster in ein anderes versetzt werden, jedoch kommt es vor, dass ein Mönch zeitweilig – z. B. zum Studium, zur Weiterbildung, zu Aushilfen, zu Dienstleistungen usw. – in ein anderes Haus geschickt wird. Die Beständigkeit meint darüber hinaus auch das treue Einüben in des klösterlichen Lebensstils, der geprägt ist von der wachsenden Verwurzelung in Gott und der verlässlichen Erfüllung der anvertrauten Aufgaben im Kloster.

Klösterlicher Lebenswandel
Klösterlicher Lebenswandel – das dritte benediktinische Gelübde – umfaßt all das, was den persönlichen Stand des Mönchs ausmacht: sein eheloses, besitzloses, auf Gott in Gebet, Schriftlesung, Liturgie, Betrachtung unablässig bezogenes Leben.

Die Summe der mit den Gelübden verbundenen Haltungen meint letztlich nichts anderes als das Ausstrecken meiner leeren Hände zu Gott hin, zu dem also, der allein volle Erfüllung schenken kann. So wird das Leben des Mönchs zu der immerwährenden Grundhaltung des Gebets, dessen “Wert” nicht in irgendeinem “Haben” oder “Verfügen” besteht, sondern im Geöffnetsein.

Br. Johannes ging in seiner Predigt in der Professfeier vom Lesungstext Jes 55,6-13 aus. Im Lesungstext geht es darum, dass das Wort Gottes nicht leer zu ihm zurückkehrt (Vers 11und 12: … so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe. Voll Freude werdet ihr fortziehen, wohlbehalten kehrt ihr zurück).

Br. Raphael mit Br. Prior Johannes Auszüge aus der Predigt:

…Was heißt also: „Mein Wort kehrt nicht leer zu mir zurück?“ Ich bin schon so manches Mal darüber gestolpert. Aber vor einiger Zeit ging mir ein Licht auf. Es kehrt nicht leer zu ihm zurück, weil wir das aufgenommene Wort mit Leben füllen können und sollen. Es bleibt somit nicht leer, es wird voll, erfüllt von Taten! Es wird Hand, Herz, Fleisch! So wie die Statue des Hl. Benedikt vor unserer Kirche es zeigt: die Seiten der Bibel fließen regelrecht in die Finger des Heiligen, die das Buch halten. …

…Br. Raphael verspricht heute: Gehorsam, stabilitas und klösterlichen Lebenswandel. Auch wenn es zunächst für drei Jahre ist, ist es ein Lebensengagement, wie die Brüder von Taizé es nennen.

Es geht darum, mehr zu lieben! Es bedeutet, mehr als das Notwendige zu tun (engagiert zu sein); sich überwinden, für den anderen „mehr“ zu tun, als abgesprochen, als vereinbart, mehr als es die Aufgabenverteilung verlangen würde. Das ist übrigens eine schöne Definition für Barmherzigkeit: Mehr als notwendig, zu tun. Jesus selbst sagt es: Gebt nicht nur den Mantel, gebt auch das Hemd; geht nicht nur eine Meile mit, sondern weiter…

Das Schöne daran ist, dass die Freude wächst. Das Versprechen aus dem Jesajatext wird wahr, …

Raphael – dieser Name heißt „Gott heilt.“ Ein Wort und auch eine gute Tat können sehr heilsam sein. Es geht im Gemeinschaftsleben immer wieder um die Wiederherstellung der Beziehungen zueinander. Wiederherstellung der Beziehung zueinander ist die Wiederherstellung der Beziehung zu Gott. Das will die Regel und das wollen unsere Gelübde fördern. Die Weisungen der Regel und der Weg unter den Gelübden sind keine Ratschläge zur persönlichen Vervollkommnung, sondern Weisungen zur Gemeinschaftsbildung und Beziehungsheilung. Unsere Individualität ist nicht zu trennen von der Kommunität. So wie wir, losgelöst von Gott, uns selbst nicht finden werden, können wir uns als Mönche nicht selbst finden, losgelöst von den Mitbrüdern. …

Wie wird der Zuspruch, dass Gott heilt, durch uns wahr?…

…Wie sehr wir aus der Quelle des Wortes Gottes leben und daraus trinken, können wir daran sehen, wie sehr wir verbunden sind mit der Gemeinschaft und wie konkret ich mich in meiner Bereitschaft zeige! In der Bereitschaft, ein gutes Wort zu geben oder tatkräftig mit an zu packen, ungeliebte Dienste zu übernehmen, treu zu warten, aus zu halten, dran zu bleiben. All das sind Bestandteile unserer Gelübde. …

Es geht um die Freude, die vollkommen sein wird (Joh 16,24). Dass dieses Versprechen kein leeres Wort bleibt, liegt auch an uns. …

Wir freuen uns mit Br. Raphael über seine zeitliche Profess und darüber, dass er sich für zunächst drei Jahre an unsere Gemeinschaft gebunden und somit unser Gebet, unsere Arbeit und unsere Gemeinschaft verstärkt. Wir beten auch in Zukunft um weitere Berufungen für unser Kloster. Beten Sie bitte mit! Herzlichen Dank!


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