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Rückschau:

20 und ... Philosophiekurs für junge Erwachsene

Fremdheit und Verantwortung: Es ist unübersehbar: Krieg, Armut, Hunger und politische Verfolgung in verschiedenen Regionen der Welt führen dazu, dass Menschen im reichen, sicheren Europa um Aufnahme bitten. Der (biblisch verbürgte) Anspruch an uns Christen ist hier eindeutig. Jedoch: Wie kann man dieser Verantwortung gerecht werden? Gibt es Grenzen der gesellschaftlichen oder auch persönlichen Verantwortung und: Wo liegen die?

Fremdheit und Verantwortung…

Auch wenn es draußen schon dunkel ist, wird im Haus St. Raphael (rechts) noch fleißig philosophiert und diskutiert. …zu diesem Thema stellten sich die 11 Teilnehmer des Wochenendes die Frage, auf welche – philosophischen und theologischen – Paradigmata sich Hilfe beziehen kann, die man einem völlig Fremden zukommen lässt.
Dabei kamen wir zu der Erkenntnis, dass nicht nur das berühmte „Gleichnis vom barmherzigen Samariter“ den Fremden als den Nächsten beschreibt, sondern auch in Kants „Metaphysik der Sitten“ das zweckfrei Gute als moralischer Maßstab zu gelten hat – allein schon aus dem Grund, weil jeder Mensch selbst jederzeit in eine Notlage kommen kann. Die Vernunft gebietet also Hilfsbereitschaft.
Über John Rawls Vertragstheorie, insbesondere der Aussage über den „Schleier des Nichtwissens“, die besagt, dass man nur dann eine gerechte Gesellschaft bilden kann, wenn man nicht von vornherein weiß, welchen Platz man in ihr einnimmt, kamen wir zu Hannah Arendts berührendem Text „We refugees“ aus ihrer New Yorker Zeit während des 2. Weltkriegs. Dieser beschreibt das Volk der Juden als das Volk von Flüchtlingen und entlarvt das System der Nationalstaaten als grundsätzlich fragwürdig.

Nach einem Vortrag am Samstag Vormittag wurde in Kleingruppen an Fragen zu Begründung, aber auch Grenzen von Hilfe diskutiert, nach einer Bibelimagination am Nachmittag berichteten die Teilnehmer von den Ergebnissen. Eine Einführungsrunde am Freitag so wie ein Abschlussplenum am Sonntag bildeten den Rahmen der mit 11 Teilnehmern recht gut besuchten Veranstaltung.


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