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Leuchtturm des Nordens 2015

Am 10. Dezember 2015, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, bekam die Brüdergemeinschaft des Klosters Nütschau im Rahmen der Fachtagung “Kirchenasyl in Schleswig-Holstein” den Leuchtturm des Nordens verliehen. Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein zeichnet damit das große Engagement der Brüder für von Abschiebung betroffene Flüchtlinge aus.

Knapp 50 TeilnehmerInnen konnten sich bei der Fachtagung zu „Kirchenasyl in Schleswig-Holstein“ am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, über die sich aktuell verändernde Asyl- und Aufenthaltsrechtslage kundig machen und sich über Erfahrungen des Kirchenasyls austauschen. In Schleswig-Holstein haben bis dato 60 Kirchengemeinden in vergleichbaren Fällen sogenanntes Kirchenasyl gegeben. Der Flüchtlingsrat erwartet, dass die Nachfrage wegen aktueller politischer Entscheidungen und neuen Rechtssetzungen zunehmen werde.

Am Rande dieser Tagung wurde der Preis für herausragendes Engagement in der Flüchtlingshilfe, der Leuchtturm des Nordens 2015, an die Brüdergemeinschaft des Klosters Nütschau vergeben.
Martin Link (l.) und Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, überreichten Bruder Benedikt (r.) und seinen Mitbrüdern aus Nütschau den „Leuchtturm des Nordens 2015“ (Foto: Hamburger Abendblatt, Finn Fischer) Würdigen möchte der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein mit dieser – seit 11 Jahren einmal jährlich vergebenen – undotierten Ehrung die regelmäßige und bedingungslose Solidarität, mit der die Benediktiner in Nütschau von Abschiebung bedrohten Flüchtlingen unter ihrem Dach Asyl einräumen.

Die Preisträgerin des vergangenen Jahres, Brigitta Oehmichen, machte in ihrer Laudation auf die insgesamt 14 betroffenen Flüchtlinge aufmerksam, die seit Beginn 2013 im Kloster Aufnahme gefunden hatten und vor der Abschiebung bewahrt wurden. Es waren sämtlich von Rücküberstellung in Dublin-Vertragsstaaten bedrohte Menschen. In Ungarn, Bulgarien, Italien oder Norwegen hätte ihnen im besten Fall Inhaftierung und sozial unversorgtes Leben in der Obdachlosigkeit und im schlimmsten die Kettenabschiebung in ihr Herkunftsland gedroht.

“Unser Kloster ist 1951 insbesondere mit Blick auf die Bedarfe der damaligen Flüchtlinge aus dem Osten gegründet worden“, verweist Bruder Benedikt auf die Tradition des Klosters und erklärt zu seiner und der Motivation seiner Mitbrüder: „Unser Engagement für Schutzsuchende ist gelebtes Christentum. Nicht mehr und nicht weniger.“

“Beim Kirchenasyl gehe es mitnichten darum, rechtsfreie Räume zu schaffen. Ganz im Gegenteil gäbe das Kirchenasyl allen Beteiligten in einem vermeintlich abgeschlossenen Fall noch einmal Gelegenheit zum Innehalten, zur Überprüfung und ggf. Neubewertung humanitärer Lagen. Kirchenasyl gewährleistet, dass dem Rechtsstaat und dem hohen Verfassungsgut des Asyls vollständig Genüge getan werden kann, und verhindert wird, dass Betroffene ohne Not Opfer möglicher Folgen negativer Asylentscheidungen werden“, erklärt Martin Link, Geschäftsführer im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, überzeugt.

Über die Preisverleihung ist auch in diversen Medien berichtet worden. Es finden sich Berichte im Stormarner Tageblatt, dem Hamburger Abendblatt und den Lübecker und Kieler Nachrichten, sowie ein Radiobeitrag bei N-Joy.


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