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Die Lübecker-Martyrer-Ikone

Johannes Prassek, Hermann Lange, Eduard Müller und Karl Friedrich Stellbrink - das sind die Namen der vier Lübecker Märtyrer, die wegen ihrer Kritik an den Verbrechen des Nazi-Regimes am 10. November 1943 durch das Fallbeil hingerichtet wurden. Die Seligsprechung der drei katholischen Priester und das ehrende Gedenken des evangelischen Pastors am 24. und 25. Juni 2011 prägen in diesen Wochen und Monaten stark das Leben in der katholischen und evangelischen Kirche im Norden. 
Die 4-Lübecker-Maryrer-Ikone von Br. Ansgar in der Klosterkirche Im Kloster Nütschau wurde in den letzten Monaten und Jahren der Vorbereitung auf dieses Ereignis immer wieder über die anstehende Seligsprechung und über den Stand der Dinge in der Lübecker-Märtyrerforschung gesprochen und gelesen. Auch der intensive Kontakt zum Märtyrerforscher und Historiker Peter Voswinckel, der beisspielsweise einige der Abschiedsbriefe, die die vier Geistlichen kurz vor ihrer Ermordung geschrieben hatten, bei seiner Forschung entdeckte, brachte das Thema immer wieder in den Blick.
Bruder Ansgar hat sich mit dem großartigen Zeugnis der vier Geistlichen aus Lübeck auf seine Weise auseinandergesetzt und ihnen ein ehrendes Gedenken geschaffen, in dem er eine Ikone zu den vier Märtyrern geschrieben hat. Diese ist zur Zeit in unserer Klosterkirche ausgestellt. Sie lädt ein zum Gebet und zieht interessierte Blicke auf sich...

Bruder Ansgar Stukenborg selbst schreibt einige Zeilen zu dieser Ikone, die nun das erste Mal öffentlich zu sehen ist:

'Der Name des Herrn sei gepriesen. Heute wurde ich zum Tode verurteilt', so schrieben zwei der Lübecker Martyrer nach ihrer Verurteilung unabhängig voneinander in ihr Brevier bzw. in ihre Bibel.
'Der Name des Herrn sei gepriesen' (Ps 113,2a), darin ist zusammengefasst Leben und Werk der Lübecker Martyrer, Freud und Leid, Sinn ihres Lebens und seelsorglichen Wirkens, ihrer Berufung.
Mitte ihres Lebens in der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus Christus, symbolisiert im Altar auf der Ikone. Ihn anzubeten und auf ihn hinzuweisen, war ihre Sehnsucht und Sorge gerade auch in den Irrungen der Nazizeit treu bis in den Tod. Ihre Berufung war es, dies als Priester und ev. Pfarrer tun zu dürfen.
Ihr Leben und Martyrium ist eingeflochten in Zeit und Ort, in die Zeit des Nationalsozialismus in Lübeck worauf das Holsten-Tor mit der Türme-Silhouette von Lübeck hindeuten. 
Das Holstentor als Wahrzeichen Lübecks und die Kirchtürme.
Sie konnten Zeugnis geben für ihren Glauben in dem Wissen um den Beistand ihres und unseres Herrn Jesus Christus, angedeutet im goldenen Hintergrund und dann natürlich im sie segnenden Christus. Der Name des Herrn sei gepriesen! (Br. Ansgar Stukenborg, Kloster Nütschau)
"Die Einheit des Glaubens stellt sich nach und nach, in aller Stille, vornehmlich durch das Gebet der Kirche her." (Roger Schütz, Taizé)
Viele weitere Informationen zu den Vier Märtyrern erhalten sie auf folgenden Internetseiten:
www.luebeckermaertyrer.de
Lübecker Märtyrer bei facebook
Lübecker Märtyrer bei wikipedia
(joh)
