Aktuelles
Priorenwahl im Priorat St. Ansgar zu Nütschau
Br. Leo hatte bisher schon als Prior das Kloster mehr als 15 Jahre geleitet. Nach Kongregationsrecht erlischt dieses Amt mit dem 70. Geburtstag. Diesen Geburtstag von Br. Leo hatten wir am 27. Dezember gebührend gefeiert. 
Schlüssel und Siegel als Symbole für den Dienst des Priors Weil die Wahl nicht direkt an diesem Tag stattfinden konnte, wurde die Amtszeit von Br. Leo als Prior bis jetzt zum Wahltermin verlängert. Nach vorhergehenden Beratungen und Besprechungen zur Wahl wurde auch Br. Leo befragt, ob er für eine Wahl seine Person wieder zur Verfügung stellen würde. So konnte nun Br. Leo erneut zum Prior gewählt werden. Für diese Wahl ist eine 2/3-Mehrheit erforderlich. Wahlberechtigt sind alle Mönche mit feierlicher Profess. In Nütschau sind es 15 Stimmen. Der vorherige Amtsinhaber, in diesem Fall Br. Leo selbst – so sagt das Kongregationsrecht - ist von der aktiven Wahl ausgeschlossen. 
Vater Abt-Präses Albert Schmidt OSB (Beuron) und Mutter Äbtissin Clementia Killewald OSB (Eibingen) mit dem neu- und wiedergewählten Prior Br. Leo Overmeyer OSB in der Mitte
"Im Vertrauen auf Gottes Hilfe und im Vertrauen auf die Hilfe der Mitbrüder nehme ich die Wahl an." Diese Antwort von Bruder Leo auf die Frage von V. Abt-Präses eröffnete die Einsetzungsfeier in unserem Oratorium im Anschluß an die Wahl. Danach spach Br. Leo das Glaubensbekenntnis und Abt Albert segnete darufhin unseren neuen Prior für seinen nun neu beginnenenden DIenst. Diese kurze Liturgie beinhaltet auch das "Homagium": "Ich bekräftige vor Dir das Gelöbnis meiner Profess." Diese Bekräftigung sprach jeder Mönch des Konventes, indem er vor den neu gewählten Prior hintrat und seine Hände in die des Priors legte. Ein bewegender Augenblick. Anschließend wurde das "Te Deum" angestimmt und Gott gedankt für die Wahl und für die Bereitschaft, dass Br. Leo sich diesem Dienst neu stellt. 
Eine Ikone von Br. Ansgar für die neue Amtszeit von Br. Leo: Der Fischfang der Jünger: Werft die Netze nocheinmal aus!
Br. Ansgar überreichte beim feierlichen Mittagessen eine von ihm in den letzten Tagen geschriebene Ikone, auf die der Fischfang der Jünger zu sehen ist: "Werft die Netze noch einmal aus!" ist das Wort, das Jesus zu den Jüngern in der frühen Morgenstunde spricht. Für Bruder Leo soll es eine Ermutigung sein, noch einmal die Netze auszuwerfen und zu hoffen und darauf zu vertrauen, dass am Ende die Netze übervoll eingezogen werden können. Wer genau hinsieht, kann erkennen, dass die Fische auf der Ikone alle ein Lächeln auf den Lippen haben (von Br. Benedikt weiß ich, dass sie es auf der Ikonenvorlage nicht hatten).
Vater Abt-Präses Albert Schmidt gab in seiner Ansprache zu bedenken, dass eine Theologie der Hoffnung (J. Moltmann) die Zukunft als nicht machbar erkennt, wohl aber als empfangbar. Daraus stellt sich die Frage, ob wir empfangsbereit sind. Haben wir als Konvent, haben wir als Kirche, heute die Offenheit, Neues und Nicht-Machbares zu empfangen und anzunehmen 
Direkt nach der Wahl und der Einsetzungsliturgie vor dem Oratorium: zufriedene Gesichter Das Gelübde der "stabilitas", welches im johanneischen "Bleiben" anklingt und zum Glück Beständigkeit und nicht Seßhaftigkeit meint, sagt uns: indem wir bleiben, wachsen wir! Beständigkeit spricht vom Stehen. Im Stehen ist der Mensch bewegungsfähig, wach und flexibel. Im Sitzen(bleiben) zeigt sich wenig Veränderung und Möglichkeit, auf die Zukunft (die auf uns "Zu-kommende"), zu antworten und sie zu empfangen. "Ich will das Morgenrot wecken" haben wir in der Laudes heute morgen gesungen. Ein Psalmvers, der entschieden und hoffnungsvoll klingt und der nicht nur den neu (und wieder) -gewählten Prior, sondern das ganze Priorat des Hl. Ansgar zu Nütschau zum erneuten Auswerfen der Netze ermutigt.
(joh)
