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Rückblick
Jugendvesper am 30. Oktober 2009 - Fels in der Brandung

Unsere diesjährige Jugendvesper im Oktober stand unter dem Thema Fels in der Brandung“. Wer die Plakate mit den zwei fallenden Menschen, die von einer Hand aufgefangen werden, gesehen hat, wird sich vielleicht zuerst gefragt haben, was dieses Motiv mit einem Fels in der Brandung zu tun haben mag. Dass beides sehr viel miteinander zu tun hat, konnten die etwa 120 Besucher am letzten Freitag im Oktober abends bei uns in der Klosterkirche herausfinden. Die Jugendlichen kamen aus vielen unterschiedlichen Gemeinden und eine Firmgruppe verbrachte danach auch den Rest vom Wochenende im Jugendhaus. Es war schön, dass die Kirche voll war mit so vielen jungen Leuten!
Wir begannen die Jugendvesper nach einer kurzen Begrüßung von Bruder Johannes mit dem traditionellen Lichtritus, bei dem die zwölf Kerzen auf dem Altar von verschiedenen Jugendlichen aus der Kirche angezündet wurden. Zur Einstimmung auf das Thema hörten wir dann das Gedicht Herbst“ von Rainer Maria Rilke. In diesem geht es darum, wie die Blätter im Herbst fallen und auch wir manchmal das Gefühl haben zu fallen. Jedoch ist immer jemand da, der uns auffängt und uns Halt gibt. Ebenso wie Gott die Hand ist, die uns auffängt und Geborgenheit und Schutz gibt, so kann er uns auch ein Fels in der Brandung sein, ein sicherer Halt.

Hinführung zum Psalm Michi leitet uns zu Psalm 62, den wir gemeinsam beten wollten, hin. Ein Aspekt, warum ihn dieser Psalm anspricht, ist der Vers "Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht". Zu Gott kann man sich flüchten, wenn man in Hektik ist, oder immer mehr Anforderungen an einen gestellt werden. Aber Gott ist auch eine Zuflucht zu einem selbst. Durch Gott kommt die Seele zur Ruhe, man lernt sich selbst kennen. Das darauf folgende Evangelium erzählte uns die Geschichte, wie Jesus über das Wasser zu seinen Jüngern ging (Mt 14,22-33). Zuerst sind die Jünger erschrocken und haben Angst, weil sie meinen ein Gespenst zu sehen, doch sie erkennen, dass es Jesus ist. Dann erwidert Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Als Jesus antwortet: "Komm!" beginnt Petrus auf dem Wasser zu Jesus zu gehen. In dem Moment, in dem er die Wellen sieht, die in dieser Nacht recht hoch sind, bekommt Petrus Angst und beginnt unterzugehen. Doch dann bittet er Jesus ihn zu retten und wird gerettet. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Jesus uns auffängt wenn wir fallen und uns wie Petrus nicht untergehen lässt.
In seiner Predigt stellte Bruder Johannes einen persönlichen Bezug zum Evangelium her. Daraufhin folgten die Fürbitten. Jeder konnte für seine Bitte nach vorne zum Altar kommen und symbolisch für die Bitte, die zu Gott aufsteigt, etwas Weihrauch anzünden. Wir beteten ein gemeinsames Vater unser und nach dem Schlusssegen von Bruder Leo war die Jugendvesper auch schon vorbei. Der Abend allerdings noch nicht. 
unsere Köche Es ging auf die andere Straßenseite rüber ins Jugendhaus: Dort konnte man noch gemütlich zusammensitzen und leckere Nudeln essen. Danke noch mal an Jonas und Felix, die das Essen gekocht haben! An alle, die mit uns zusammen Musik gemacht haben. Und an alle, die den Abend durch ihre Anwesenheit bereichert haben. Auch die Menschen, die abends noch abgewaschen haben, sollen nicht vergessen werden. Es geht doch nichts über etwas Küchenaerobic am Abend.
Herbst
von Rainer Maria Rilke
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
(Lena)
